Ich weiß ein wunderschönes Land
mit trautem Angesicht
Ein weites, warmes, reiches Land
So lieb wie keines ist
Es wohnt im wahren Herzen tief
belebt die graue Welt
Und manchmal ist, als ob es rief
zum Hüter dich bestellt
Ich weiß ein wunderliebes Land
dem unsre Treue gilt
ein großes, schönes, trautes Land
Im Herzen lebt sein Bild
Ein Land, in Leid und Schmerz dir treu
Kennst du es nicht - dies Land?
So uralt und doch stets neu
Die Heimat dir, dein Vaterland -
Elisabeth Trube-Becker
Anmerkung der Redaktion
Dieses nationalistische Gedicht wurde Frau Elisabeth Trube-Becker von ihren
Mitstreitern im Diotima-Literaturverein im Gegensatz zu ihren gleichartigen
Beiträgen in nationalistischen Postillen nicht übel genommen, woran
sich erkennen lässt, dass es den Literaturfreunden bei ihrer Kritik nicht
um den Inhalt der Trube-Beckerschen Verlautbarungen ging, sondern lediglich
darum, dass sie in stigmatisierten Presseorganen zu lesen waren.