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Pünktlich zur Einstimmung des Volkes auf das neue Zuwanderungsgesetz
hetzt die Rheinische Post gegen Ausländer, für die die Wirtschaft
keinen Bedarf angemeldet hat. In ihrer Ausgabe vom 1. März rechnet sie
die Unkosten rauf und runter, bis es dem geneigten Leser schwindelig wird.
Dabei steht das Ergebnis schon im vornherein fest: "Es kursieren einzelne
Zahlen, die sich zu stattlichen Summen addieren. Eine Gesamtbilanz gibt es
nicht."
Der seriöse Redakteur hätte hier den Schlusspunkt setzen und die
Recherchearbeiten wieder aufnehmen müssen. Nicht so die Rheinische Post
- und die Hetze beginnt.
Zunächst kann man ja mal so eine Frage stellen: "Rollt eine Kostenlawine,
von deren Ausmaßen keiner etwas ahnt?"
Nun werden locker Zahlen, Vermutungen, Vergleiche zusammengemixt, so dass
man nachher auch nicht schlauer ist als vorher.
Hier ein Beispiel des Verwirrspiels des RP-Redakteurs: "Pro Ausländer
fallen rund 1500 Euro für Sprachkurse an (jährliche Gesamtkosten:
330 Millionen Euro), rechnete die Zuwanderungs-Kommission unter Leitung von
Rita Süssmuth vor. Zu niedrig angesetzt, befand die Ausländerbeauftragte
der Bundesregierung, Marieluise Beck (Grüne). Sie bezifferte die wahren
Kosten auf 500 Millionen Euro. Unklar blieb ein wichtiges Detail: Die Süssmuth-Kommission
berief sich in ihrer Schätzung auf das ‚Holländische Modell' zur
Integration. Die Niederländer geben dabei aber rund 3400 Euro pro Ausländer
aus. Übertragen auf Deutschland bei geschätzt 220 000 Kursplätzen
pro Jahr würden dann sogar 750 Millionen Euro anfallen, also noch einmal
250 Millionen Euro mehr, als von Frau Beck angenommen."
Die Ahnung bleibt auf der Strecke, aber der RP-Redakteur hat eine stattliche
Lawine zusammengetextet.
www.neusser-monat.de (22.3.2002)