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Unter der laufenden Nummer 10 dieser Rubrik hatten wir im vergangenen Jahr
den Kanzler mit Hilfe des STERN aufgefordert, "die Ärmel aufzukrempeln"
und endlich die "soziale Hängematte" ordentlich zu zerschneiden.
Denn, so die damalige Begründung: "Sonst wird´s nichts mit
der Wiederwahl."
Der Kanzler muss sich also bewegen, der Wahltag rückt ja auch näher.
Eine der Hauptfragen der Nation: "Wie bekämpfen wir die Arbeitslosigkeit?"
muss beantwortet werden. Und da kommt dem Kanzler das in Rheinland-Pfalz entwickelte
"Mainzer Modell" gerade zu pass.
Dieses Modell, auch unter dem Begriff "Kombilohn" bekannt geworden,
ist eine eher ungewöhnliche Aktion: In der Regel nimmt der Staat den
Lohnempfängern einen gehörigen Teil ihres Lohns ab, hier jedoch
schießt er etwas zu. Wie das?
Um den deutschen Laden wieder richtig flott zu bekommen, muss - so sind sich
die selbst ernannten Fachleute einig - die Lohnquote gesenkt werden. Und warum
dann nicht gleich auf so ein Arbeitsentgelt herunterdrücken, von dem
selbst der Staat ganz offiziell feststellen muss: es reicht den Arbeitsleuten
nicht zum Leben. Also: Der Staat hat nicht ein Einsehen mit dem so ins Elend
Herabgedrückten, wenn er seinerseits etwas zum Lebensunterhalt des betroffenen
Lohnarbeiters zuschießt, sondern die Regierung Schröder will den
Niedriglohn zum Normalfall von Lohnarbeit machen.
Wie lange es dieses staatliche Zubrot geben wird, ist noch nicht ausgemacht.
Übrigens: Wer das angebotene "Kombilohnmodell" nicht annimmt,
muss mit der Streichung der bisherigen "Hilfe zum Lebensunterhalt"
rechnen. Läuft doch alles wie geschmiert für den Standort.
Zum Weiterlesen : http://www.gegenstandpunkt.com/gs/02/1/kombilon.htm
HPJ
www.neusser-monat.de (20.3.2002)