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Kritisch setzt sich Martin in der letzten Ausgabe der Terz mit dem Artikel
von Henrici über ATTAC in der Ausgabe 3/02 auseinander. Ergänzend
weist er nach, dass die "Trennung von spekulativen und produktiven Kapital
im Denken der Warensubjekte ... auf dem Schein (beruht), den der Prozess der
Selbstverwertung des Werts notwendig beständig hervorbringt. ... Daß
der Zins als Preis des Kredits vom Profit abgezweigt wird und auf der Ausbeutung
im Produktionsprozess beruht, ist hier nicht mehr ersichtlich." So kritisiert
Martin die ideologische Grundlage der attac'schen Gesellschaftskritik und
verweist auf die Gefahr des "Umschlag(s) in völkische Ideologie,
wie er in einer verkürzten Kapitalkritik angelegt ist ..."
Besonders ärgert Martin, dass sich bei attac " ‚Linke' tummeln,
die es besser wissen könnten, dem Ressentiment jedoch um der lieben Massenpolitik
Willen bewußt Vorschub leisten."
Martin schließt mit einem Appell an alle aufrechten Linke: "Solcherart
‚diskursive Verschiebungen', die querfrontmäßig ans Ressentiment
appellieren, sind aber für eine Emanzipation von Staat und Kapital, um
die es einzig und allein gehen kann, kontraproduktiv und müssten mit
radikaler, d.h. unversöhnlicher Kritik konfrontiert werden."
Unverständlich erscheint Martin daher die "Solidarität",
die attac - neben vielen anderen Linken - auch durch den Autor des Terz-Artikel
widerfährt: "Dabei verbietet gerade die hier ansatzweise in Anschlag
gebrachte Kritik warenförmiger Vergesellschaftung eine derart kritische
Solidarität, wie sie attac durch die hiesige radikale Linke zuteil wird."
1. Von kritischer Solidarität war in dem Artikel, auf den Martin verweist,
keine Rede. Richtig hingegen ist, dass der Autor meint, innerhalb der attac-Bewegung
gebe es Menschen, die sich kritisch mit den segensreichen Wirkungen des Imperialismus
beschäftigen. Auch ist der Verfasser des Textes durchaus der Meinung,
man solle sich in die Diskussion einmischen und dabei im Auge behalten, dass
es in der Freund-Feind-Diagnose durchaus einige Gemeinsamkeiten gibt.
2. Die Linken sollten sich abgewöhnen, die ärgsten Feinde im eigenen
Laden zu suchen. Das mag zwar durchaus verständlich sein, weil die wenigstens
noch miteinander reden (Vom Gegner erfährt man als Linker schließlich
nur absolute Ignoranz), ist aber im Hinblick auf den Aufbau einer linken Opposition
- wie auch immer die aussehen soll - nicht förderlich. Henrici schließt
sich in diesem Zusammenhang dem Konkret-Autor Jürgen Elsässer an:
"Nach Lage der Dinge kann ein solches ‚Wir' nur entstehen, wenn radikale
Theoretiker lernen, die wenigen politisch Aktiven in diesem Land - etwa in
den Gewerkschaften und der Friedensbewegung - konstruktiv zu kritisieren,
anstatt als ‚völkische Ideologen, moralische Verzichtsapostel und Ethno-Zoologen'
(Wertmüller et al.) zu denunzieren." (konkret 4/2002)
Henrici über Henrici und Martin
www.neusser-monat.de (16.4.2002)